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LESER Sicherheitsventile für den tiefkalten Einsatz an Bord

Die internationale Flüssiggas-Schifffahrt setzt seit Jahrzehnten auf LESER Sicherheitsventile. Neben den Tankern für den Transport des Energieträgers gewinnen zunehmend Schiffe an Bedeutung, die LNG als Treibstoff nutzen können.
Die Flüssiggasbranche hat sich in den letzten 25 Jahren zu einem der zentralen Pfeiler der globalen Energieversorgung entwickelt. Getrieben durch die steigende Nachfrage nach flexiblen, sauberen und sicheren Energiequellen wurden Investitionen in Verflüssigungsanlagen, Spezialtanker und Importterminals getätigt. Für LESER macht sich dies vorwiegend in Auftragseingängen in Europa und Deutschland bemerkbar.
LNG- und LPG-Tanker werden auf Binnen- und Seeschifffahrtsrouten mit LESER Sicherheitsventilen ausgestattet. Ursprünglich konzentrierte sich der Einsatzbereich der Ventile auf Rohrleitungen, Tanks, Kühl-Equipment sowie Be- und Entladevorrichtungen. Mit der zunehmenden Nutzung von LNG und LPG als Schiffskraftstoff hat sich das Anwendungsspektrum jedoch erweitert.
Moderne Tank-, Kreuzfahrt- und Fährschiffe verfügen heute über Dual-Fuel- oder reine Gasantriebe. Diese Kraftstoffsysteme werden ebenfalls durch LESER Sicherheitsventile abgesichert. Inzwischen sind mehrere Hundert Schiffe mit LESER Ventilen unter kryogenen (tiefkalten) Betriebsbedingungen von -162 °C auf den Weltmeeren unterwegs, und es werden stetig mehr. So wurden allein im ersten Halbjahr 2025 nach Angaben von DNV Maritime 87 Neubauten mit LNG-Antrieb bestellt, davon 81 Containerfrachter. Dazu kommen 13 LNG-Bunkerschiffe zur Treibstoffversorgung.

Technische Anwendung im Schiffsbetrieb

Die Sicherheitsventile werden vor allem in Rohrleitungsabschnitten eingesetzt. Über Kaskadenschaltungen werden die Ausblaseleitungen in die Tanks zurückgeführt. Da hierbei in der Regel Gegendrücke auftreten, kommen Gegendruckkompensierte Edelstahlfaltenbälge zum Einsatz. Die Gaskraft wird durch mehrstufige Kühlsysteme oder Rückverflüssigungssysteme permanent auf tiefkaltem Niveau gehalten, um den verflüssigten Zustand des Mediums sicherzustellen. Die Sicherheitsventile müssen diesen Temperaturen standhalten, ihre Funktion muss gewährleistet bleiben und auch die Dichtheit darf nicht beeinträchtigt werden.

Zertifizierung durch internationale Klassifikationsgesellschaften

Alle sicherheitsrelevanten Komponenten an Bord – einschließlich der Sicherheitsventile – unterliegen der Abnahme durch Klassifikationsgesellschaften (Klassen). Diese überwachen analog zu Sachverständigen an Land die Einhaltung der vorgeschriebenen Standards. LESER arbeitet seit Jahrzehnten mit allen großen europäischen, amerikanischen und asiatischen Klassifikationsgesellschaften zusammen. Welche Klasse die Abnahme im Werk durchführt, richtet sich nach der Beauftragung durch die jeweilige Reederei.
Für die Auslieferung sind Einzel- oder Typenzulassungen der Klassifikationsgesellschaften zwingend erforderlich. Trotz weltweit einheitlicher Rahmenbedingungen durch die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) bestehen Unterschiede zwischen den Klassen. Während Sicherheitsventile im Transportbereich nach den Vorgaben des International Gas Carrier Codes (IGC-Code) geprüft werden, gelten für Kraftstoffsysteme die Anforderungen des „International Code of Safety for Ships using Gases or other Low-Flashpoint Fuels (IGF-Code)“.

Hohe Anforderungen an Material und Funktionsnachweis

Die Zulassungsprüfungen stellen sowohl an das Material der drucktragenden Teile – insbesondere das Gehäuse – als auch an die Funktion unter kryogenen Bedingungen strenge Anforderungen. Nur nach bestandener Typprüfung und Nachweis der Funktionsfähigkeit im Kryogenbetrieb erfolgt die Freigabe für den Einsatz der Sicherheitsventile auf Flüssiggas-Schiffsanwendungen.
Durch die Kombination aus langjähriger Erfahrung, internationaler Zusammenarbeit mit Klassifikationsgesellschaften und kontinuierlicher Weiterentwicklung der Ventiltechnik hat sich LESER als verlässlicher Partner im Bereich der LNG- und LPG-Schifffahrt etabliert.